Mir wurde das Protokoll der Hauptversammlung der BeeComp Technologies zugänglich gemacht.

 

Nachdem ich die Nebelkerzen beiseite geräumt habe ist mir folgendes aufgefallen:

 

1.     Die Anwesenden der BeeComp

 

 

 

“Vom Board of Directors der BeeComp Technologies Inc.: 

 

Herr Udo G. Wulf (Board + CTO) und Herr Rainer Völmle (Board + CEO)

 

Joachim Wolf und Werner Otto Wolf, BeeComp Center of Research & Excellence Wertheim

 

Nermina Ganibegovic, Finanzvertrieb Fiducia GmbH “

 

 

 

Irritierend ist hier das Fehlen von Rechtsanwalt Mieder als Leiter Corporate Governance und Compliance. Diese Aufgabe sieht unter anderem vor, die Arbeit der Geschäftsleitung zu überwachen und auch die Interessen der Aktionäre zu gewährleisten. Nachdem in der Vergangenheit schwere Vorwürfe der vorherigen Compliance gegen den CEO erhoben wurden wäre ein Bericht der aktuellen Compliance hierüber wünschenswert gewesen. Hier nochmals die Vorwürfe, die im Raum stehen:

 

 

 

           - Die BeeComp hat derzeit kein Geld um ihre Ziele zu erreichen

 

 

 

- Aber dafür haben Sie sich auf Ihr Privatkonto in bedenklicher und indiskutabler Weise in den letzten vier Monaten deutlich mehr als 300,000.- US-Dollar überwiesen

 

 

 

- Sie haben ehrlich arbeitende Techniker wie Dr. Neiß und Hr. Reck angelogen und in eine Situation gebracht, aus der diese nicht mehr rauskommen werden: Sie haben diese Herren bequatscht, dass diese ihre bestehende GmbH umbenennen um OHNE DIE DAFÜR NOTWENDIGE GENEHMIGUNGEN in illegaler Weise Gelder an der SEC und der BaFin vorbei auf das Konto dieser GmbH in Deutschland zu lenken. Von alleine sind ja die Herren Dr. Neiß und Dr. Reck nicht auf diese Idee gekommen.

 

 

 

- Sie haben fast eine Million EUR Schulden bei der RHI Neiß und Reck hinterlassen

 

 

 

- Sie haben diverse Gerichtsverfahren vor dem Arbeitsgericht am Laufen“

 

 

 

 

 

Rechtsanwalt Mieder hätte zu diesen Vorwürfen Stellung nehmen können. Seine Abwesenheit hat dies verhindert.

 

 

 

2.     RH Industries u.a

 

„Im Verlauf der Debatte erkundigte sich ein Aktionär nach dem Verlust durch das RHI

 

Invest. Der CEO beschrieb daraufhin in groben Zügen Gegenstand und Ausgang des in 2017 zwischen der Gesellschaft und der RHI GmbH und mit RHI verbundenen Unternehmen geschlossenen Übernahmevertrages. Er benannte den Vorteil durch die geplante Übernahme und beschrieb den Ablauf der Fusion, die Sabotage durch den Gründungspartner Spencer & Barnes sowie deren Ausgang. „

 

 

 

Was die Hintergründe für die Insolvenz der RH Industries genau sind kann ich hier nicht sagen, müsste sich aber aus den Akten des Insolvenzgerichtes ergeben.

 

Sicher ist aber, dass ein CEO für Versäumnisse seines Managements haftet und dafür verantwortlich zeichnet. Das ist auch dem CEO bekannt.

 

 

 

Neben der Insolvenz der RHI stellen sich aber doch auch Fragen nach den Gründen der Insolvenz der „world of composites“? Hierzu: kein Kommentar.

 

In ihrem Aktionärsbrief vom 22.6.2018 bejubelte die BeeComp Technologies diese außerordentliche Partnerschaft. Wenn aber diese Partnerschaft so außerordentlich und wichtig für die BeeComp Technologies war warum erfolgte keine Warnung an die Aktionäre als die Firma in die Insolvenz ging. Diese Insolvenz hatte doch erhebliche Auswirkungen auf die BeeComp und deren weitere Geschäftsaussichten sowie dem Aktienwert!

 

Schließlich wurde im November 2018 die Zusammenarbeit mit der Papierschaum Priehs GmbH groß verkündet und auch dies als Durchbruch für die Weltmarktführerschaft gefeiert. Nach 6 Wochen endete auch diese Zusammenarbeit. Die Gründe hierfür wurden nicht kommuniziert. Und es wurde wiederrum kein Warnhinweis an die Aktionäre gegeben!

 

Nunmehr wird groß die Zusammenarbeit mit der Familie Wolf auf dem Gebiet der Wasserreinigung verkündet.

 

 

 

3.     Börsengang

 

 

 

Im Protokoll heißt es hierzu:

 

 

 

„Weitere Fragen waren allgemeiner Natur im Hinblick auf die Anzahl der Aktien, deren Preis und Handelbarkeit sowie dem Zeitpunkt des Börsengangs. Auch stellte ein Aktionär die Frage, an welche Börse das Unternehmen gehen wird. Der CEO beantwortete die Fragen und erklärte, dass geplant ist, an die Börse in USA zu gehen, dies jedoch - wegen der damit verbundenen hohen Kosten- noch ausführlich geprüft und sorgfältig überlegt wird. „

 

In einem weiteren Protokoll wird als Zeitpunkt des Börsenganges das Jahr 2021 angegeben.

 

Nun war ja der für den Herbst 2019 angekündigte Börsengang nicht der erste Termin. Bereits vorher wurden (ich habe den Überblick verloren wie oft das schon angekündigt wurde, eigentlich schon seit Firmengründung) Termine nicht eingehalten. Wenn nun der Börsengang auf 2021 wegen der hohen zu erwartenden Kosten verschoben werden soll wäre hierzu folgendes anzumerken:

 

Die Vorbereitung eines Börsengangs verlangt eine Vorlaufzeit von zumindest 6 Monaten, wahrscheinlich aber 1 Jahr. Üblicherweise wird eine verantwortungsvolle Geschäftsleitung, bevor sie diese Aufgabe in Angriff nimmt, den entstehenden Aufwand und die zu erwartenden Kosten ermitteln. Die vom CEO angeführten „hohen Kosten“ sollten also seit Firmengründung bekannt sein.

 

In dem mir vorliegenden Finanzbericht der BeeComp verfügte die BeeComp im Dezember 2018 über rd. 800 USD flüssige Mittel? Dazu kämen evtl. Kapitalzuflüsse aus Aktienverkäufen deren Höhe nicht bestimmbar ist. Man kann die Einkünfte aber etwas schätzen. Lagen diese im Jahre 2016 bei ca. 750.000 USD so erhöhten sie sich in 2017 auf ca. 2.500.00 und reduzierten sich in 2018 auf 600.000 USD. Der Rückgang von 2017 auf 2018 betrug als ca. 75 %. Nachdem sich die wirtschaftliche Lage der BeeComp in 2019 nicht positiv verändert hat können wir im besten Falle bei gleichbleibenden Aktienverkäufen von monatlich 50.000 USD Einnahmen und beim worst-case-Szenario (also Rückgang von 2018 auf 2019 um 75 %) von monatlichen Einnahmen von 12.500 USD ausgehen.

 

Dass es zu massiven Einnahmeausfällen kam ergibt sich bereits aus der Sitzverlagerung zum Wohnort des CEO. Da waren wohl Kostenoptimierungen der Grund. Auch der Weggang der Aktienhändlerin Ganibegovic spricht für diese These. Wenn der Ruf und die Geschäftsaussichten einer Gesellschaft so desaströs sind wie das bei der BeeComp der Fall ist kann die beste Aktienverkäuferin keine Wunder vollbringen. Deshalb war es für sie vernünftig sich um den Verkauf der Aktien ihrer amerik. Firma zu kwidmen.

 

Aus dieser Liquidität hätte also der laufende Betrieb sowie die anfallenden Kosten für den Börsengang finanziert werden müssen. Das würde sich aus meiner Sicht als nicht möglich darstellen. Den Aktionären aus fadenscheinigen Gründen ein Börsengang vorgegaukelt,  obwohl dies im Mai 2019 bereits ersichtlich war.

 

Dazu kommt aber noch folgendes Problem:

 

Die bisherigen Aktionäre haben zumeist aus einem Bauchgefühl heraus ihr Investment getätigt. Sie waren einfach vom Produkt begeistert. Für die Vorbereitung des Börsenganges wäre eine umfangreiche due Diligence notwendig gewesen. Eine solche „due Diligence“ bedeutet, dass die Firma in jedem Bereich durchleuchtet, Angaben nach Fakten hinterfragt sowie Chancen und Risiken genau dargestellt hätten werden müssen. Dabei wäre die BeeComp massiv unter Druck geraten. Forderungen der Aktionäre auf Rückkauf ihrer Aktien, offene Forderung von Lieferanten, Steuerberatern oder ehemaligen Partnern sowie die dubiosen Ereignisse zweier Insolvenzen von Partnerfirmen wären in den Bericht eingeflossen. Durchaus möglich, dass ein Wirtschaftsprüfungs-unternehmen die drohende oder faktische Insolvenz der BeeComp hätte feststellen müssen.

 

Man versucht, diesen finalen Schritt durch immer neue Manöver hinaus zu zögern.

 

 

 

Es gibt Schätzungen von verschiedenen Seiten dass aus Aktienverkäufen bis zu 6 Mio. USD der BeeComp zugeflossen sein sollen. Was wurde mit diesem Kapital geschaffen? Eine Musteranlage, die nach Auskunft des Erbauers Wolf 100 000 EURO gekostet hat. Und eine schöne Website. Das bedeutet, dass die bisherigen Aktionäre einen Kapitalverlust von ca. 95 % zu beklagen haben. Und nachdem die BeeComp selbst angibt, derzeit von einem Börsengang Abstand zu nehmen steht auch nicht zu erwarten, dass dieser Verlust jemals ausgeglichen werden wird. Das ist die Realität, der sich ein Aktionär der BeeComp stellen muss!

 

 

 

4.     Schuldenfrei

 

Das Unternehmen ist zum Zeitpunkt dieser Hauptversammlung nahezu schuldenfrei.“

 

 

 

Der Hinweis von Herrn Völmle, die BeeComp Technologies sei schuldenfrei scheint mir reiner Wunschdenken zu sein. Wenn im Mai 2019 eine Liquidität von 600 000 USD (best case) und 125 000 USD (worst case) vorhanden war und davon- nach Aussagen von Fred Wulf im August 2019- für die Fertigstellung der Musteranlage noch 60.000 EURO benötigt worden sind so kommt man unter Abzug der gerichtlich festgestellten Forderung des Herrn Fünfgeld gegenüber der BeeComp Technologies von rund. 100 000 EURO zu einem Kassenbestand von nahe  NULL

 

Dafür spricht folgendes:

 

Herr Fünfgeld hatte mit den Herren Völmle und Wulf wegen seiner Forderung über ca. 100 000 EURO im Mai 2019 einen „bedingten“ vergleich mit einer Quote von 50 % abgeschlossen. Der Vergleich wurde Seitens Völmle und Wulf nicht angenommen. Stattdessen wurden nunmehr beide privat zur Zahlung von 100 000 EURO zur Rechenschaft gezogen. Jeder, der Herrn Wulf und dessen Geschichte kennt weiß, dass dieser unter keinen Umständen privat für etwas haften will und schon gar nicht einen Gerichtsvollzieher bei sich zu Hause erleben möchte. Also wäre es viel „schöner“ gewesen diese Schulden auf die Beecomp zu schieben was aber wohl mangels Liquidität nicht ging.

 

Und bei der Aussage „schuldenfrei“ sind noch nicht einmal die Forderungen der Aktionäre auf Rückzahlung ihrer Einlagen berücksichtigt.

 

 

 

 

 

5.     Völmle und Wulf sind keine Aktionäre

 

In einem weiteren Protokoll wird Seitens Herrn Völmle erwähnt dass er und Herr Wulf keine Aktionäre der BeeComp seien.

 

Das ist richtig. Richtig ist aber auch, dass 55 % Aktienanteile in der Firma Wolf Investment LLC liegen in welcher die Herren Wulf und Völmle die Aktien mit 30 % und 25 % halten.

 

Solche „Mätzchen“ sind es, die das Vertrauen in jegliche Aussagen der BeeComp untergraben!

 

 

 

6.     Beschlussfassungen etc.

 

 

 

Was auffällt ist weiter dass keinerlei Abstimmungen stattfanden und die Frage der Entlastung der Geschäftsleitung offen blieb. (zumindest laut Protokoll)

 

 

 

Derzeit geistern Geschichten herum die besagen, dass im Januar 2020 alles „ganz anders“ werden wird. Die Aktionäre bekommen ihr Geld, die Aktionäre, welche von Völmle nicht als solche anerkannt werden, erhalten ihre Aktien: also alles paletti!

 

Wir werden das weitere Vorgehen beobachten.

 

 

 

 

 

Hierzu erhielt ich noch folgende Mail:

 

 

 

Gesendet: Freitag, 06. Dezember 2019 um 19:16 Uhr
Von: info@reckvision.de
An: mittelstand@web.de
Betreff: AW: Hauptversammlung der BeeComp

 

Hallo Herr Gundelsheimer,

 

sie verbreiten hier die Unwahrheit, lediglich ist die WOC – Engineering GmbH  in die Insolvenz gegangen, nicht die WOC Corp. Die durch Herr Wulf schriftlich zugesicherte Zahlungen erfolgten gegenüber der GmbH nicht  und Herr Völmle hat seine Hände in Unschuld gewaschen. Die Aussagen von Herrn Wulf beim Tag der offenen Türe über die RHI  bei Herrn Wolf waren auch gelogen. Ein netter Aktionär hat mir einen Mitschnitt zukommen lassen. Obwohl meine Lebensgefährtin und meine Tochter 70.000 Aktien halten wurden sie nicht eingeladen. Dies ist leider auch nicht rechtens