Ich war 25 Jahre in Osteuropa unterwegs und habe dort Produktionsstätten aufgebaut.

 

Die Idee, Papierwaben zu nutzen um Leichtbaumaterialien zu fertigen resultierte aus meinen Erfahrungen beim Aufbau einer Containerproduktion in Lettland und als deutscher Vertreter der SICOM, dem damals größten Hersteller für Container in Europa. Ziel war, Gewichtsreduzierungen der Aufbauten zu erreichen um Zuladungsgewinne zu ermöglichen. Daneben galt –und gilt- es, die Produktionskosten zu reduzieren und Alleinstellungsmerkmale zu generieren um das Marketing zu unterstützen.

 

Im Laufe der Jahre habe ich –neben meiner normalen Tätigkeit und unter Einsatz meiner Einnahmen- diese Idee weiter entwickelt.

 

 

 

Udo Wulf hatte ich anfangs der 90er Jahre kennen gelernt. Damals hatte er mit Hilfe eines Investors die New Logistics in Kiel gegründet. Diese entwickelte ein neuartiges Binnenschiff das die meist noch aus der Nachkriegszeit im Dienst befindlichen Binnenschiffe ersetzen sollte. Das Schiff, als Katamaran konzipiert, zeichnete sich durch einen niedrigen Tiefgang aus und konnte auch bei Niedrigwasser eingesetzt werden. Daneben erreichte es durch den Einsatz von 4 Triebwerkskondeln eine hohe Manövrierfähigkeit.

 

Später ging –aus welchen Gründen weiß ich nicht- die Firma in die Insolvenz und Wulf bekam Seitens der Finanzbehörden Probleme so dass ihm die Konten gesperrt wurden und er eine schwere Zeit durchlebte.

 

Durch seine Kontakte fand er dann einen Beraterjob bei der Kieler German Naval Yards Werft, die zu diesen Zeit für einen russischen Oligarchen ein neuartiges Segelschiff bauen sollte. Die Einkünfte aus seiner Beratertätigkeit halfen ihm die schwierige Zeit zu überwinden.

 

Völmle hatte ich ebenfalls Anfangs der 90er Jahre kennen gelernt. Ich fing gerade an, mich mit Papierwaben zu beschäftigen. Er hatte gerade die Insolvenz seiner Reederei hinter sich. Wie ich erst später erfuhr verfolgten ihn seine Gläubiger mit Millionenforderungen. Es gelang Völmle immer wieder mit Winkelzügen –beispielsweise einer Wohnsitzverlegung nach Frankreich- seinen Gläubigern zu entkommen. Schließlich wurde aber doch sein Haus zwangsversteigert und er musste samt Familie bei seiner Mutter Unterschlupf finden. In dieser Zeit hatte er alle seine Bekannten angepumpt, auch Wulf und mich

 

 

 

Irgendwann hatte ich das Gefühl, die Zeit wäre reif, meine Entwicklung umzusetzen. Wulf und Völmle wollten sich dabei einbringen.

 

 

 

Völmle lernte die Hermes Service Europe Ltd. in Brüssel kennen, stellte dort das Projekt vor und man zeigte auf, dass mit den vorliegenden Verbindungen in die Euro. Union Fördermittel von 25 Mio. EURO zu generieren seien.

 

Als Rechtsträger dieses Verfahrens wurde die BeeComp uG gegründet. Ursprünglich wollte Udo Wulf als Gesellschafter eintreten, sprang dann aber ab. Für die Vorkosten der Finanzierung benötigte Hermes einen Vorschuss von 85.000 EURO. Es gelang, mit Dr. Karahodza einen Investor zu finden der bereit war, dieses Geld zur Verfügung zu stellen. Er sollte hierfür einen Geschäftsanteil erhalten und ich erklärte mich bereit, für diesen Geldbetrag zu bürgen.

 

Über Dr. Karahodza wurde Tom Mirashi gefunden. Der ehemalige albanische Militär war seiner Zeit bei dem von Richard Holbrooke ausgehandelten Friedensabkommen für Jugoslawien beteiligt. Er versprach uns Investoren zu vermitteln wenn wir in Albanien eine Produktionsfirma ansiedeln würden.

 

Bei einem Besuch in Albanien konnten wir unter anderem mit dem damaligen Bürgermeister von Tirana und jetzigen Ministerpräsidenten, Rama, entsprechende Gespräche führen. Wir mussten allerdings erkennen –wie bei gescheiterten kommunistischen Staaten von mir aus meiner 25 Jahren Erfahrungen in Osteuropa vielfach erlebt- dass sich alte Seilschaften und „neue“ Politiker, nicht zuletzt noch aufgemischt durch mafiöse Elemente, eine erbitterte Schlacht lieferten. Eine Firmengründung unter diesen Umständen war nicht möglich. Ein Besuch der deutschen Botschaft in Tirana bestätigte diesen Eindruck.

 

Das Projekt Albanien verlief im Sande und es zogen bedrohliche Wolken am Himmel auf. Der von uns eingeschaltete Rechtsanwalt hatte Erkundigungen über Hermes eingeholt und diese Firma als „seriös“ bezeichnet. Nunmehr erwies sich Hermes als „undurchsichtiger“ Partner.

 

Van der Werff, Geschäftsführer der Hermes, nutzte einen Urlaub in der Dominikanischen Republik um sich abzusetzen. Eine Kontaktaufnahme war nicht mehr möglich. Wir erfuhren, dass die deutsche Polizei van der Werff in der Dominikanischen Republik verhaftet und nach Deutschland überführt hatte. In Deutschland wartete ein Verfahren wegen Betruges in Millionenhöhe auf ihn.

 

Das Projekt BeeComp uG war vorerst gescheitert.

 

Ich lernte die Firma Vöhringer, einen mittelständischen Zulieferer aus der Reisemobilbranche, kennen. Vöhringer beliefert weltweit alle relevanten Reisemobilhersteller. Bei den meisten Reisemobilen kommen Lastwagen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 to zum Einsatz. Durch hohe Komfortansprüche der Kunden müssen bei der Ausstattung Zuladungsverluste ausgeglichen werden. Für diese Gewichtsoptimierungen sind meine Papierwaben hervorragend geeignet. Es wurden umfangreiche Muster und Tests durchgeführt. Daneben wurden auch die Abluftwerte der chemischen Beschichtungsstoffe durch den TÜV Süddeutschland gemessen um einschätzen zu können, welche Vorgaben für die Einhaltung der umwelt- und arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften zu erwarten sein würden. Schließlich konnte ich mit der Vöhringer GmbH einen Lizenzvertrag für die Nutzung meiner Entwicklung schließen.

 

Die Firma Hassas Plastik in Bursa/Türkei erklärte sich zum Bau einer Musteranlage nach unseren Vorgaben bereit. Sie übernahm das Entwicklungsrisiko und war bereit, die Kosten für die Entwicklung und den Bau einer Musteranlage selbst zu tragen. Für den Fall, dass die Anlage nicht funktionieren oder die Abnahme von Vöhringer verweigert werden würde übernahm sie das Haftungsrisiko.

 

Ich wurde Seitens Vöhringer der Hassas Plastik zur Unterstützung beigestellt. Um die Haftungsübernehme durch Hassas nicht zu gefährden hatte ich aber keinerlei Weisungsbefugnis an Hassas. Außerdem wurde ich Seitens Vöhringer angewiesen nur so weit behilflich zu sein, dass die Musteranlage funktionstüchtig sei. Ich sollte die volle Entwicklungsreife nach Möglichkeit erst in Deutschland sicherstellen um den Abfluss von Know-how in die Türkei zu verhindern.

 

Wie sich heraus stellte wollte Hassas den Bau der Anlage einem Subunternehmer übertragen. Nachdem dieser absprang musste Hassas selbst den Bau der Anlage übernehmen obwohl die Firma im Bereich Maschinen- und Anlagenbau keinerlei Erfahrung verfügte. Entsprechend schwierig gestaltete sich der Bau der Anlage. Monatelang bewegte sich nichts von der Stelle bis ich eines Tages das Werk verlies und die Zusammenarbeit beendete. Ich informierte Vöhringer von dem Vorfall und bat, den Kontakt mit Hassas aufrecht zu erhalten. Wie erhofft nahm Hassas ab diesem Zeitpunkt den Bau der Anlage konkret in Angriff und im Dezember 2011 konnte die funktionstüchtige Anlage in der Türkei Vöhringer vorgestellt werden. Vöhringer nahm die Anlage ab und diese wurde nach Deutschland überstellt.

 

Um den Jahreswechsel 2011/12 verhandelte ich mit Vöhringer über die Gründung einer gemeinsamen Firma zur Fortführung der Papierwabenentwicklung. Leider gab es kein Ergebnis.

 

Darauf erklärte Vöhringer den Lizenzvertrag für ungültig mit der Begründung, man habe ihn nicht genau genug gelesen. Schon der Aufbau der Anlage in Deutschland erfolgte ohne mich. Ich hatte allerdings –wie von Vöhringer gewünscht- in die Anlage 2 Fehler eingebaut die in Deutschland hätten korrigiert werden sollen. Nachdem sich Vöhringer weigerte die Kündigung des Lizenzvertrages zurück zu nahmen und auch meinen Vorschlag ablehnte, gegen Bezahlung meiner Arbeitszeit die Anlage zum Laufen zu bringen beendete ich die Zusammenarbeit ohne die beiden Fehler zu beseitigen.

 

In der Folgezeit wurde Seitens Vöhringer versucht, die Anlage in den Serienbetrieb zu nehmen was aber nicht gelang. Die Mitarbeiter an der Maschine wurden nicht geschult und es kam beim Brand der Anlage zu Beschädigungen, so dass diese unbrauchbar wurde. Bei einem der Versuche war auch ein Techniker der Bayer AG zugegen. Als dieser feststellte, dass arbeitsschutzrechtliche Auflagen von Vöhringer nicht eingehalten wurden verweigerte die Bayer AG die weitere Belieferung von Vöhringer mit dem auf mich zertifizierten Beschichtungsmaterial.

 

Vöhringer musterte die Anlage aus.

 

Nachdem ich Herrn Granitzki bereits längere Zeit kannte und mit ihm verschiedene Möglichkeiten einer Zusammenarbeit besprochen hatte schlossen wir im Oktober 2014 einen Lizenzvertrag der es ihm ermöglichen sollte, mein Beschichtungsmaterial für die Papierwaben zu nutzen. Bei einem Termin bei der Bayer AG konnte Herr Granitzki aber mit seinem Geschäftskonzept nicht überzeugen so dass sich Bayer weigerte, diesem die Chemie zu liefern. Der Geschäftspartner von Granitzki war Herr Reck, der mir später bei der BeeComp Technologies wieder „über den Weg“ lief. Herr Granitzki ist, wenn ich mich recht erinnere, 2016 oder 2017 verstorben.

 

Ich wurde im Frühjahr 2012 schwer krank und konnte über ein Jahr das Haus nicht verlassen.

 

Im Frühjahr 2015 lernte Völmle einen Herrn Peters kennen der ihn wiederum mit der Investmentgesellschaft Spencer&Barnes zusammen brachte. Dieser stellte Völmle das Geschäftsmodell BeeComp vor und Spencer zeigte sich interessiert, bei der Finanzierung des Projektes einzusteigen.

 

Ursprünglich wollte ich nur als Berater bei dem Projekt BeeComp beteiligt sein. Spencer erklärte aber, dass es ohne meinen Einsatz (als Erfinder) keinen Sinn machen würde zumal die Bankauskünfte von Völmle so katastrophal waren dass ihm keiner eine „müde Mark“ leihen würde. Ich erklärte mich zur aktiven Mitarbeit bereit.

 

Spencer sagte zu, insgesamt 60 Mio. USD akquirieren zu können. Hierzu sollten 500 Mio. Aktien zu einem Preis von 1 USD ausgegeben werden. Man rechnete Seitens Spencer mit einem Verkaufspreis von 6 USD/Aktie.

 

 

 

Bei einem Treffen im Mai 2015 bedrängte mich Völmle, ihm meine geplanten Aktien zu überlassen und er versprach mir 2 Mill. EURO wenn ich mich bereit erklärte, als Strohmann für ihn die Aktien zu halten. Das war, noch bevor überhaupt einen vertragliche Zusammenarbeit mit Spencer fixiert war.

 

Zeitgleich kam Dr. Karahodza auf mich zu und forte die von ihm verauslagten 85.000 EURO zurück.

 

Damit kam alles zusammen: Für mich stand fest, dass ziemlich sicher sein würde, dass Völmle irgendwelche Aktivitäten starten würde die der neuen Firma schaden und mir evtl. erneut Schwierigkeiten bereiten könnten. Nach Rücksprache mit meinem Anwalt wurde ein Geschäftsmodell gefunden das vorsah, dass ich meine Entwicklungen in eine GmbH einbringen würde, diese GmbH einen Beteiligungsvertrag mit der BeeComp Technologies Inc. abschießen würde und anschließend die GmbH mit 55 % der Aktien an der BeeComp Technologies beteiligt sein sollte. CEO dieser neuen BeeComp Technologies Inc. (und damit haftbar für seine Arbeit) sollte Völmle sein.

 

 

 

Im Sommer 2015 begannen die Vorarbeiten für die Firmengründung. Ich stellte die notwendigen Informationen für die Erstellung einer Website zur Verfügung und machte mich daran, den alten Businessplan den neuen Verhältnissen anzupassen. Um die Zusammenarbeit zu vereinfachen stellte ich meine gesamten Firmendaten in eine Cloud in der Erwartung, dass dies auch Völmle und Spencer veranlassen würden. Dem war aber nicht so.

 

Im Winter 2015 kam es zu einer Hauptverhandlung in Sachen Dr. Karahodza und es gelang einen Vergleich zu schließen der mir auferlegte, innerhalb 1 Jahres einen Geldbetrag von rund 10.000 EURO an Dr. Karahodza zu leisten. Damit wäre dessen Forderung erfüllt. Mein damaliger Anwalt war Dr. Mieder, der nunmehr für die Compliance der BeeComp Technologies verantwortlich zeichnet. Bei Abschluss des Vergleiches wies ich darauf hin, dass dieser von mir in der Hoffnung gemacht wurde, durch Einnahmen aus der BeeComp Technologies diese Schuld tilgen zu können da meine gesamten Ersparnisse in die Entwicklung der Wabentechnik geflossen waren.

 

Im Januar 2016 wurde die BeeComp Technologies Inc. in Texas angemeldet und die Aktien bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC gelistet.

 

Bald kam es zu ersten Problemen.

 

Ich hatte Völmle immer wieder dazu gedrängt, den Beteiligungsvertrag zwischen der BeeComp GmbH und der BeeComp Technologies Inc. zu schließen. Völmle weigerte sich dies zu veranlassen.

 

Ich rügte, dass alle Firmenaktiviäten sowie die Aktionärsgewinnung, die Geldervereinnahmung sowie die Aktionärsbetreuung über die Website der BeeComp Technologies abgewickelt werden würde und alleine Spencer den Zugang zur Website hatte. Spencer erklärte hierzu, man sei nur Aktionär und solche Fragen müsste der CEO Völmle als alleiniger Verantwortlicher entscheiden- was Völmle aber nicht tat.

 

Allerdings bleibt festzustellen, dass die Leitung der BeeComp „tatsächlich“ bei Spencer lag. Dort wurden die Entscheidungen getroffen und meist von Völmle nur mehr exekutiert.

 

Anders bei einer Entscheidung, die mich persönlich betraf.

 

Ich erreichte, dass Spencer sich einverstanden erklärte, mir für meine Tätigkeiten für die BeeComp Technologies eine monatliche Vergütung von 3.000 ESD zu gewähren. Damit wollte ich meine Verpflichtungen gegenüber Dr. Karahodza einlösen. In diesem Falle verweigerte Völmle sein Einverständnis. Ich kann mir gut vorstellen wie er sich über diese Entscheidung gefreut hat. Es war für ihn ein Pyrrhussieg.

 

 

 

Bereits im Februar 2016 bemängelte Spencer, dass Völmle seine Aufgaben als CEO nicht oder nur mangelhaft nachkommen würde und dadurch für Spencer Mehrarbeiten entstünden die man extra entlohnt haben wollte. Hatte Spencer ursprünglich über 10 % der Aktien verfügt wollte man nunmehr seinen Anteil auf 20 % aufgestockt wissen. Ich erklärte mich grundsätzlich mit der Aufstockung der Anteile einverstanden unter der Bedingung, dass mit Spencer ein Beteiligungsvertrag geschlossen werden müsse in dem die Rechte und Pflichten von Spencer und der BeeComp Technologies aufgeschlüsselt werden sollten.

 

 

 

Im Laufe dieser Gespräche wurde ich Stück für Stück aus der internen Kommunikation ausgeschlossen und schließlich meine Mailverbindung gekappt. Im April 2016 erhielt ich versehentlich eine Mail aus der hervorging, dass an der Niederlassung Bayreuth –die im Übrigen eine reine Briefkastenadresse war- eine Veranstaltung zur Werbung von Aktionärsvermittlern sowie von Aktionären durchgeführt werden sollte. Ich wies Völmle darauf hin, dass er kein Recht habe, mit meiner Entwicklung irgendwelche Werbung zu betreiben und ihm übrigen interessierte Aktionäre sowie die Altaktionäre auf das erhöhte Risiko einer Beteiligung hinweisen müsse. Völmle erklärte, dass Aktionären das Risiko einer Aktienbeteiligung bekannt sei und wies eine zusätzliche Information über den Sachstand an die Aktionäre zurück.

 

Zu diesem Zeitpunkt war die einzige Aktiva der BeeComp Technologies Inc. eine schöne Website. Und über diese Website konnte die Firma nicht einmal selbst verfügen!!